Einhard –
Ein Mann von europäischem Zuschnitt


Der erste Karlsbiograph wurde um das Jahr 770 als Abkömmling eines ostfränkischen Geschlechtes im Maingau geboren. Schon sehr jung kam er als Schüler an das Kloster Fulda, eine der bedeutendsten Bildungsstätten des Frühen Mittelalters in Europa. Abt Baugulf sandte Einhard um 794 an den Hof Karls nach Aachen.

Als Freund Alkuins, des Leiters der Hofschule, war Einhard dort bereits zwei Jahre später Mitglied des engeren Hofkreises und Tischgenosse des Kaisers. Nach Alkuins Übersiedlung nach Tours wurde Einhard eine der einflußreichsten Persönlichkeiten am Hof. Er genoß das Vertrauen des Herrschers und übernahm rasch Verantwortung in der Hofschule, der Pflanz- und Pflegstätte für zahlreiche Talente in dieser Zeit. Wegen seiner Kunstfertigkeit wurde ihm auch die Aufsicht über den Kunstbetrieb am Hof übertragen. Ferner war Einhard mit vielfältigen administrativen Aufgaben betraut.

Besonders am Herzen lagen Einhard die Nachfolgeregelungen im Karolingerreich. Im Jahre 806 reiste er im Auftrag des Kaisers nach Rom, um die Zustimmung des Papstes zu der von Karl damals beabsichtigten Teilung des Reiches einzuholen. 813 war er Wortführer der fränkischen Großen, die Karl aufforderten, seinen Sohn Ludwig zum Mitkaiser zu erheben.