Der Hintergrund:
Einhards „Vita Karoli Magni“





Daß in Seligenstadt ein Literaturpreis für eine Biographie vergeben wird, ist kein Zufall. Die Ehrung hat eine mehr als tausend Jahre alte Ursache, nämlich die „Vita Karoli Magni“ oder die „Karlsvita“, wie sie auch genannt wird, die erste Biographie Karls des Großen. Für den Heidelberger Mittelalterforscher Walter Berschin ist sie „das einzige Stück mittelalterlicher Biographie, das bislang Weltliteratur geworden ist: über den Kreis der Spezialisten hinaus ein geistiger Besitz vieler“. Das Werk wurde nach allem, was wir wissen, um 830 von Einhard in Seligenstadt verfaßt. Namhafte Historiker schreiben die Popularität Karls des Großen in Europa – und sogar darüber hinaus – zu einem beträchtlichen Umfang diesem Lebensbild des abendländischen Kaisers aus der Feder Einhards zu. Es wurde im Mittelalter häufig abgeschrieben und fand weite Verbreitung.