Der Einhardpreis







Mit dem Einhardpreis wird eine herausragende Biographie einer Persönlichkeit ausgezeichnet, deren wissenschaftliches, religiöses, politisches, künstlerisches oder wirtschaftliches Lebenswerk in einer engen Beziehung zu Europa steht. Dabei ist Europa keineswegs nur politisch zu verstehen, etwa im Sinne der Europäischen Union, sondern vor allem geschichtlich und ideengeschichtlich

Während die in der Biographie vorgestellte Person in ihrem Wirken einen Europabezug aufweisen muß, kann der mit dem Preis ausgezeichnete Autor auch in einem außereuropäischen Land leben.

Einhard war einer der Mittler und damit Wegbereiter der Wirkung Karls des Großen, die bis in unsere Zeit reicht. Es ist schwer, die Ausstrahlung des großen Karolingers besser zu beschreiben, als es der prominente und im Seligenstadt benachbarten Alzenau geborene Mediävist Arno Borst getan hat, einer der Gründungsprofessoren der Universität Konstanz. Karl habe „das Fundament jener Geschichte gelegt, um die sich die moderne Historie Europas bis heute bemüht: die Geschichte europäischer Gemeinsamkeit und nationaler Sonderung, staatlicher Ordnung und gesellschaftlicher Gliederung, christlicher Sittlichkeit und antiker Bildung, verpflichtender Überlieferung und lockender Freiheit“.

Einzelheiten des Preises

Der Preis wird in mehrjährigen, tunlichst zweijährigen Abständen verliehen. Die Preissumme von jeweils Euro 10.000 wird gespeist aus den Erträgen des von den Stiftern aufgebrachten Kapitals, das in seinem Bestand nicht geschmälert werden darf. Diese Erträge werden ergänzt durch ad-hoc-Spenden, die von der Stiftungsidee nahestehenden Personen und Institutionen erbracht werden. Daraus läßt sich ersehen, daß die Stiftung ihrem Ursprung als reine Bürgerinitiative treu geblieben ist. Sie erhält – abgesehen von den mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit verbundenen Steuervorteilen – keine öffentlichen Mittel.

Der Preis ist als Anerkennungs- und nicht als Förderpreis konzipiert. Die Auswahl der Preisträger und der zu würdigenden Biographie obliegt dem Kuratorium der Stiftung. Drei der Mitglieder des Kuratoriums sind sachkundige Persönlichkeiten von internationalem Rang, zwei weitere gehören ihm als Vertreter der Stiftung an.

Die Verleihung des Preises

Der Preis wurde bisher zehnmal vergeben, erstmals 1999.

Die Verleihung findet in zeitlicher Nähe zu Einhards Todestag, dem 14. März statt. Die Feier beginnt mit einem „Memento Einhardi“ in seiner Grabeskirche, der Basilika St. Marcellinus und Petrus, dem folgt der Festakt in der Stadthalle, dem Saal des „Riesen“ in der Nähe des Marktplatzes, wohin sich die Festversammlung von der Kirche in einer lockeren Prozession begibt.

Das Gedenken Einhards in der altehrwürdigen Basilika hat die Preisverleihung unverwechselbar gemacht. Der Begrüßung durch den Pfarrer der Gemeinde folgte eine Lesung aus oder zu Schriften Einhards, danach ein Musikstück. Einmal ein von dem Würzburger Orgelvirtuosen Prof. Günther Kaunzinger komponiertes und vorgetragenes Werk, in der Folge der „Engelsturm“ für Orgel, Pauken, Trompeten und Glocken von Thomas Gabriel.

Die musikalische Begleitung des Festaktes in der Stadthalle, dem „Riesen“ unweit des Marktplatzes, wird regelmäßig herausragenden Interpreten der jüngeren Generation übertragen, die damit ein Podium erhalten.