27. Oktober 2007

Stifterversammlung der Einhard-Stiftung


Bevor er den Wachwechsel an der Spitze der Einhard-Stiftung einleitete, gab der Vorsitzende des Präsidiums, Prof.Dr.rer.pol. Franz-Friedrich Neubauer vor der Stifterversammlung in der vorigen Woche im Großen Sitzungssaal des Rathauses einen umfassenden Bericht.

Zuvor gedachte die Versammlung in einer Schweigeminute ihres verstorbenen Stifters, des Verlegers Dr. Peter Udo Bintz, der sich der Stiftung spontan, aus eigenem Entschluß angeschlossen hatte.




Eingangs dankte der Vorsitzende Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams für die gewährte Gastfreundschaft und begrüßte sie auch als persönliche Stifterin, wie auch Frau Rosie Roth geb. Wissel, die damit ihre Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt zum Ausdruck brachte. Als weitere Stifter hieß er den Lions-Club Seligenstadt, Dr.rer.pol. Leonhard Ogiermann und die Emma-Klinik Seligenstadt willkommen. Die Zahl der Stifter habe sich damit seit der Errichtung nahezu verdoppelt, was die Vergabe des Einhard-Preises für herausragende Biographie weiter gestärkt habe. Weitere Zustiftungen sind aber nach den Worten Neubauers wünschenswert, um auch den weiteren Stiftungszweck erfüllen zu können, z.B. die Pflege des Andenkens Einhards durch wissenschaftliche Forschungsprojekte.

Daran anknüpfend dankte der scheidende Vorsitzende des Präsidiums auch Syndikus a.D. Peter Laube, einem der Gründungsstifter, der ein ihm gehörendes Gewerbegrundstück in eine unselbständige Familienstiftung eingebracht und zur treuhänderischen Verwaltung der Einhard-Stiftung übertragen hat. Die Erträge dienen ganz überwiegend dem nahezu gleichen Zweck der Einhard-Stiftung.

Einen weiteren Dank sprach Franz-Friedrich Neubauer unter anhaltendem Beifall der Versammlung Dipl.-Volkswirt Klaus Schöneich aus, der auf eigenen Wunsch nach langjähriger ausgezeichneter Tätigkeit aus dem Amt des Schatzmeisters ausgeschieden ist. An seiner Stelle wurde Dr.rer.pol. Leonhard Ogiermann gewählt, als Wirtschaftsprüfer dafür bestens qualifiziert. Er habe die Idee der Stiftung von Anfang an begrüßt und setze sich gerne dafür ein.

Franz-Friedrich Neubauer ließ noch einmal die Entwicklung der Stiftung und des Einhard-Preises Revue passieren und gab seiner Genugtuung Ausdruck, das Vorhaben gefestigt an seinen Nachfolger übergeben zu können. Auch sei mit der Stifterin Frau Traudl Walter eine engagierte und besonders geeignete Kraft für die Geschäftsführung gewonnen worden. Sein weit entfernter Hauptwohnsitz bei Lausanne und die Notwendigkeit einer stufenweisen Verjüngung hätten ihn dazu bewogen, den Vorsitz jetzt aufzugeben. Er wird aber weiter im Kuratorium mitwirken, dem die wichtige Aufgabe der Auswahl des Preisträgers obliegt. Dessen Vorsitzender, Prof. Dr.rer.nat. Robert Tampé (Oberursel), auch er gebürtiger Seligenstädter, berichtete über die gute, sachdienliche Atmosphäre im Kuratorium, dem als sachkundige Mitglieder der Historiker und Publizist Dr. Gustav Seibt (Berlin), der Germanistikprofessor am King’s College London Jeremy Adler und der Publizist Dr. Jürg Altwegg (Genf) angehören.

Die Stifterversammlung dankte Franz-Friedrich Neubauer für sein Wirken mit der Übertragung des Ehrenpräsidiums und der Verleihung der Medaille in Gestalt der Nachprägung der historischen Seligenstädter Münze, wie sie auch den Einhardpreis-Trägern verliehen wird. Sie wurde ihm von Andreas Neubauer, dem Stellvertretenden Vorsitzenden des Präsidiums, übergeben.




Franz Friedrich Neubauer dankte bewegt. Sein Wirken verstehe er als einen Dank an seine Vaterstadt.

Bevor die Versammlung als seinen Nachfolger das in Babenhausen wohnende „Seligenstädter Kind“ Prof. Dr.rer.nat. Peter Hammann berief, informierte das bisherige Präsidiumsmitglied die Anwesenden über die von ihm durchgeführte Analyse der von ihm betreuten Internetseite der Stiftung. Danach ist eine erstaunliche Zahl von Zugriffen auf die Homepage zu verzeichnen, auch auf die englische und französische Fassung. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es rund zehntausend Zugriffe. Der Einhard-Preis liege dabei im oberen Drittel der deutschen Literaturpreise. Stiftung und Preis haben damit innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Peter Hammann führte das auch auf eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit zurück.

Die Wahl zum Vorsitzenden nahm der sichtlich Engagierte gerne an, ebenso wie Thomas Laube, der auf den dadurch frei gewordenen Platz im Präsidium berufen wurde.

Nachtzutragen ist, daß Wirtschaftsprüfer Dipl.-Kfm. Manfred Hofmann nach „lückenloser Durchsicht“ der Kassenunterlagen diese ohne Einschränkung für in Ordnung befand. Darauf wurde die Jahresrechnung 2006 festgestellt und das Präsidium entlastet.

Alle Beschlüsse, einschließlich der Ergänzungswahlen, erfolgten einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen. Die Einhard-Stiftung blickt zuversichtlich in die Zukunft.



Von links nach rechts: L. Ogiermann, A. Neubauer, F. Neubauer, P. Hammann, F. Preuschoff, T.H. Laube und R. Tampé


Quelle: S.H.B.